pferdesport mit handicap.ch

Verschiedene kleine Gruppierungen, die sich für das Reiten und Fahren mit Handicap als Sport und nicht im Sinne einer Therapie einsetzen, haben sich 2001 in «Pferdesport mit Handicap» (pfh-seh.ch) zusammengeschlossen. Dadurch hat die Vielfalt innerhalb der Schweizer Pferdesportfamilie Zuwachs erhalten.

pfh-seh.ch

–       ist ein Zusammenschluss von Pferdesportinteressierten jeden Alters und Geschlechts, die sich mit Fairness und Respekt im Pferdesport für Menschen mit Handicap engagieren.

–       fördert Menschen mit Einschränkungen in allen Altersstufen und unterstützt das Erreichen der sportlichen Ziele im Breiten- und Leistungssport.

–       engagiert sich für die Förderung von Akzeptanz sowie für die Verbesserung von Selbständigkeit und Lebensqualität.

–       ist bemüht mit qualifizierte Ausbildung und Integration im aktiven Geschehen Sport anzubieten.

In anderen Ländern wird der Parasport schon seit über dreissig Jahren angeboten. Diesen Erfahrungsvorsprung wusste die Schweiz dank der offenen, uneingeschränkten Aufnahme und Unterstützung der federführenden Para-Nationen zu nutzen und im Breitensport wie auch im Leistungssport umzusetzen.

Para-Equestrian Dressage Schweiz (PE)

Seit 2011 hat PE in der Funktion als Disziplin in der Pferdefamilie Neuland betreten. Nach langjähriger, erfolgreicher Zusammenarbeit als Fachverband, Kompetenz „Pferdesport“, im PLUSPORT Behinderten Sport Schweiz hat PE durch die Anerkennung als eigenständige Disziplin im Schweizerischen Verband für Pferdesport (SVPS) auf dem Weg zum Ziel „Integration durch Sport“ eine weitere Stufe genommen. Mit deren Unter­stützung gelang es der Schweizer-Delegation (Dressur) an den Paralympics 2004 in Athen einen ersten Markstein zu setzen. Mit der Teilnahme an den Weltreiterspielen in Kentucky wurde 2010 weltweite Geschichte geschrieben. Nicht nur startete Regelsport und Parasport an den WEG am gleichen Ort und zur gleichen Zeit, das Para-Equestrian Team Dressage Schweiz war auch zum ersten Mal Teil der offiziellen Schweizer Delegation des SVPS. Auf internationaler Ebene ist für damit ein erster, bedeutender Grundstein gelegt worden.

Para-Equestrian hat nach Aufnahme 2006 als 8. Disziplin in der FEI ab 2011 auch im SVPS den Status einer eigenen Disziplin erhalten. Die ab 01.01.2013 in Kraft tretenden Reglemente und Weisungen sollen den Anforderungen und Erwartungen der Athleten vom Breiten- bis zum Spitzensport gerecht werden.

Um als Para-Equestrian-Reiter oder Para-Equestrian-Fahrer an Wettkampfanlässen teil nehmen zu können, muss jeder Reiter/Fahrer klassifiziert und im Besitze einer gültigen «Para-Equestrian Identity Card» (PE IDcard) sein. Für eine sinnvolle Konkurrenz im Wettkampf ist es notwendig, dass Menschen mit ähnlicher Beeinträchtigung (Handicap) gemeinsam antreten können. Ziel der Klassifizierung ist, die Einschränkungen in leicht zu erkennenden Funktionsprofilen zu erfassen und diese in sogenannten «Grads» einzustufen. Die Einteilung basiert nicht auf der Behinderung (Diagnose), sondern auf der Funktionsfähigkeit des Körpers. Für eine Einstufung sind die Einschränkungen in Sachen Leistung (Kraft), Koordination und Tragweite spezifisch für den Einsatz im Pferdesport massgebend. Vorgenommen wird sie von autorisierten und akkreditierten Ärzten, Physiotherapeuten und auf der PE IDcard entsprechend ausgewiesen. Mit der Einteilung von Grad Ia, Ib bis Grad IV, wobei Grad I die schwerwiegendsten Einschränkungen aufweist, werden auch die entsprechenden, für den Einsatz an Wettkämpfen bewilligten Hilfsmittel aufgelistet. Mit dieser Klassifizierung werden nur die physischen Einschränkungen erfasst, nicht das Können. Sie ist eine Feststellung von Tatsachen, eine

Einstufung – die Beurteilung der reiterlichen Fähigkeiten ist Sache des sportlichen Wettbewerbs.